Ort: Volpaia
❤️ Atmosphäre: 5/5
🍷 Wein-Erlebnis: 5/5
📸 Schönheitsfaktor: 5/5
🏛️ Besonderheit: 5/5
Mein Fazit:
Volpaia ist einer dieser Orte, die man wahrscheinlich nie zufällig entdeckt – und genau das macht seinen Reiz aus. Mit nur rund 30 Einwohnern gehört das Dorf zu den kleinsten Stationen unserer Reise. Trotzdem bündelt es alles, was das Chianti ausmacht: Wein, Geschichte, Natursteinhäuser und eine beeindruckende Liebe zum Detail.
Beim Spaziergang durch die engen Gassen hat man fast das Gefühl, durch ein lebendiges Freilichtmuseum zu laufen. Alles wirkt ruhig, verschlafen und gleichzeitig unglaublich stimmig – Steinhäuser, kleine Türme, Blumenkübel und Weinranken überall.
Wer die klassische Bilderbuch-Toskana sucht, wird sie hier definitiv finden.
Erlebnis: Castello di Volpaia Wine Tasting
🍷 Weine: 5/5
📚 Wissensvermittlung: 4/5
🌿 Ambiente: 5/5
💰 Preis-Leistung: 5/5
Mein Fazit:
Die Weinverkostung in Volpaia gehört zu den schönsten Genussmomenten der gesamten Reise.
Die Weine sind hervorragend, die Atmosphäre entspannt und gleichzeitig sehr persönlich. Besonders angenehm ist, dass sich die Verkostung nicht wie eine Verkaufsveranstaltung anfühlt, sondern wie eine Einladung, die Welt des Chianti wirklich kennenzulernen.
Mein persönlicher Favorit bleibt ganz klar der Vin Santo. Zusammen mit den traditionellen Cantucci ergibt sich eine Kombination, die ich nicht nur in der Toskana lieben gelernt habe, sondern die inzwischen auch bei mir zu Hause immer mal wieder auf den Tisch kommt.

Wer sich auch nur ansatzweise für Wein interessiert, sollte Volpaia fest einplanen. Selbst ohne großes Vorwissen ist es ein Erlebnis, das vor allem durch die Liebe zum Detail und die Leidenschaft der Menschen vor Ort lebt.
Für rund 40 Euro für etwa 1,5 Stunden ist das zudem ein sehr faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich erwische mich im Nachhinein sogar dabei, mich zu ärgern, dass dieses Weingut nicht nach Deutschland exportiert – vermutlich aber besser so, zumindest für meinen Geldbeutel und meine Leber.
Am Abend steht schließlich unser letztes gemeinsames Abendessen der Reise an.
Auf Empfehlung unseres Gastgebers reservieren wir einen Tisch im Ristorante La Loggia.

Restaurant: Ristorante La Loggia
🍝 Essen: 3,5/5
🍷 Atmosphäre: 4/5
💰 Preis-Leistung: 3/5
❤️ Würden wir wiederkommen? 3/5
Mein Fazit:
Das Ristorante La Loggia ist vermutlich das exklusivste Restaurant unserer gesamten Reise.
Schon beim Blick auf die Speisekarte wird klar, dass hier deutlich gehobener gekocht wird als in den traditionellen Trattorien der vergangenen Tage. Die Gerichte sind kreativ, fein angerichtet und geschmacklich insgesamt gut.


Allerdings sind die Portionen für unseren Geschmack etwas zu klein. Während wir an anderen Abenden immer satt, zufrieden und glücklich nach Hause gegangen sind, bleibt hier eher der Eindruck eines kulinarischen Erlebnisses mit Fokus auf Stil statt Sättigung.
Leider saßen wir an einem weniger schönen Platz im Durchgang, wodurch der schöne Ausblick aus den verglasten Wänden auf die Olivenhaine etwas verloren ging.
Es handelt sich um einen Familienbetrieb mit viel Charme. Ein frei laufender, sehr freundlicher Hund sorgt zusätzlich für eine lockere Atmosphäre – auch wenn das sicher nicht für jeden Gast ideal ist.
Das La Loggia ist ein schöner Ort, um die Reise exklusiv ausklingen zu lassen.
Kulinarisch hat dieser Teil der Reise endgültig meine Liebe zum Wein entfacht. Zwischen Weinverkostungen, Vin Santo, Merlot, Trüffelpasta und unzähligen Espressi wurde schnell klar, dass die Toskana nicht nur von Landschaften lebt, sondern vor allem von ihren Genüssen.
Natürlich lief nicht alles perfekt. Die gescheiterte Wanderung nach Volpaia, die Parkplatzsuche in Florenz oder die ein oder andere steile Straße sorgten zwischendurch für kleine Herausforderungen.
Rückblickend gehören aber genau diese Momente genauso zur Reise wie die perfekten Sonnenuntergänge oder die großartigen Restaurants.

Fazit unseres Chianti-Abschnitts
Wenn Lucca für uns das authentische, entspannte Italien verkörpert hat, dann war das Chianti genau die Toskana, die man aus Postkarten kennt.
Sanfte Hügel, endlose Weinberge, Zypressenalleen und kleine Natursteindörfer auf den Hügeln prägen das Bild. Hinter jeder Kurve wartet ein neuer Ausblick, und immer wieder bleiben wir einfach stehen, um die Landschaft auf uns wirken zu lassen.
Besonders überrascht hat mich, wie unterschiedlich die einzelnen Orte waren. Die Fattoria La Vialla zeigte uns die kulinarische Seite der Region. Florenz beeindruckte mit Geschichte, Kultur und natürlich jeder Menge Kaffee. Volpaia begeisterte uns mit seinem einzigartigen Charakter als Winzerdörfchen. Und Radda in Chianti wurde für einige Tage unser Zuhause zwischen Weinbergen und Olivenhainen.
Überhaupt entwickelte sich Radda für mich zum heimlichen Star der Reise. Klein genug, um gemütlich zu wirken, aber groß genug für gute Restaurants, kleine Geschäfte und entspannte Abendspaziergänge.

Es hat deutlich mehr Dorfcharakter als klassische Touristenorte – genau das, was wir gesucht haben. Wer eher die ländlichen Gegenden bevorzugt, kann hier die Toskana besonders authentisch erleben. Und keine Sorge: Auch wenn es ruhiger ist, kommt man mit Englisch problemlos zurecht.
Mein Fazit zur Toskana
Die Toskana hat mich vollends begeistert. Nicht nur, weil sie wunderschön ist – das hatte ich erwartet. Sondern weil sie so viele verschiedene Gesichter besitzt.
Da ist zum einen die historische Gelassenheit von Lucca, die wilden Wasserfälle bei Lombrici, die berühmten Sehenswürdigkeiten von Pisa, die Küstenorte am Meer und zum anderen die Weinberge des Chianti und die kleinen Dörfer, in denen die Zeit scheinbar langsamer vergeht.
Wir haben fantastische Restaurants entdeckt, großartige Weine probiert, in eiskalten Naturpools gebadet, durch mittelalterliche Gassen gebummelt und unzählige Espressi getrunken – und wahrscheinlich noch mehr Gelato, als man zugeben sollte.
Wenn ich etwas aus dieser Reise mitnehme, dann vor allem eines:
Die schönsten Momente entstehen selten dann, wenn man möglichst viel sehen möchte. Sie entstehen, wenn man sich Zeit nimmt. Zeit für einen Espresso auf einem kleinen Platz inmitten des Trubels. Zeit für ein langes Mittagessen mit gutem Wein unter schattigen Feigenbäumen. Zeit für einen Spaziergang durch ein kleines Dorf, dessen Namen man vorher noch nie gehört hat.
Die Toskana hat mich genau daran erinnert. Und genau deshalb würde ich jederzeit wieder zurückkehren.
