Willkommen in Umlanga

Endlich Sonne. Nach Tagen zwischen Safari, Feuchtgebieten und roten Sandstraßen verlassen wir das Elephant Lake Hotel Richtung Küste – und landen wenig später in einer völlig anderen Welt.

Die Fahrt führt durch überraschend grüne Wälder, die stellenweise eher an Deutschland als an Südafrika erinnern. Dann taucht plötzlich der Indische Ozean vor uns auf. Türkisblaues Wasser, breite Sandstrände, Palmen und eine lange Promenade: Willkommen in Umlanga. Oder genauer gesagt uMhlanga – „Der Ort des Schilfs“.

Der kleine Küstenort liegt rund 20 Kilometer nördlich von Durban in der Provinz KwaZulu-Natal und gilt heute als einer der luxuriösesten Orte an der Dolphin Coast. Kaum zu glauben, dass hier früher nur Zuckerrohrfelder lagen. Erst in den letzten Jahrzehnten entwickelte sich Umlanga vom kleinen Badeort zum modernen Lifestyle-Hotspot mit Luxusapartments, schicken Cafés und exklusiven Wohnanlagen. Und genau so fühlt es sich auch an. Ehrlich gesagt wirkt es zeitweise eher wie Miami oder Australien als wie das Südafrika, das wir bisher erlebt hatten. Wir laufen entlang der Promenade vorbei am berühmten Leuchtturm von Umhlanga, der bereits 1954 erbaut wurde, und zum geschwungenen Whalebone Pier, der wie das Skelett eines Wals ins Meer ragt.

Der Wind peitscht dabei ordentlich über die Küste. So ordentlich, dass ich mir beim Klettern über die Felsen erst einmal den kleinen Zeh stoße. Kurzer medizinischer Eingriff auf südafrikanische Art: einmal im Indischen Ozean kühlen und weiter geht’s.

Umlanga bleibt für uns allerdings nur ein kurzer Zwischenstopp. Ein Kaffee mit ein paar Leuten aus unserer Reisegruppe, ein Spaziergang am Meer, Sonne im Gesicht – und schon fahren wir weiter Richtung Pietermaritzburg.

Die gefährlichste Stadt Südafrikas

Dort angekommen kippt die Stimmung schlagartig. Pietermaritzburg, die Hauptstadt der Provinz KwaZulu-Natal, wurde 1839 von Voortrekkern gegründet und nach Pieter Retief und Gerrit Maritz benannt. Die Stadt liegt an der wichtigen N3-Verbindung zwischen Durban und Johannesburg und zeigt mit ihren viktorianischen Gebäuden, Parks und kolonialen Fassaden noch immer deutlich ihre britische Vergangenheit. Doch gleichzeitig gilt Pietermaritzburg heute als eine der gefährlichsten Städte der Welt. Laut einem internationalen Kriminalitätsranking aus dem Jahr 2025 führt die Stadt sogar die Liste an. Auch das Auswärtige Amt warnt Reisende vor Gewaltkriminalität wie Überfällen oder bewaffnetem Raub. Und genau diese Anspannung war deutlich spürbar.

Unser Hotel – das Redlands Hotel – lag hinter hohen Zäunen und gesicherten Toren. Die 500 Meter zum Restaurant? Nicht zu Fuß. Wir wurden mit dem Bus gefahren. Ohne Guide sollten wir das Gelände nicht verlassen. Eine Situation, die sich nach dem entspannten Strandgefühl von Umlanga fast surreal anfühlte.

Trotzdem hatte der Abend auch seine schönen Momente. Meine Suite mit Blick auf den Pool war überraschend gemütlich, obwohl Teile des Hotels gerade umgebaut wurden. Nach der Hitze des Tages sprang ich noch kurz in den eiskalten Pool. Beim Abendessen im Restaurant „Mozambik“, reden wir über die vergangenen Tage und lassen den Abend langsam ausklingen. Wäre da nicht die Rückkehr zum Hotel gewesen. Das Tor ist verschlossen, niemand reagiert und unser Guide läuft erst einmal allein über das Gelände, um jemanden aufzutreiben, während wir strikt im Bus bleiben mussten. Für einen kurzen Moment fühlt sich das Ganze eher wie der Beginn eines Thrillers an als wie eine Gruppenreise. Irgendwann geht das Tor schließlich doch auf. Und ich falle einfach nur noch erschöpft ins Bett.