Stadt Lucca

❤️ Atmosphäre: 4,5/5

🍝 Kulinarik: 5/5

🚶 Erkundbarkeit: 4,5/5

📸 Schönheitsfaktor: 5/5

Gesamturteil:

Lucca hat mich vom ersten Moment an begeistert. Die Stadt ist groß genug, um mehrere Tage spannend zu bleiben, wirkt aber gleichzeitig angenehm überschaubar. Trotz vieler Besucher verteilt sich der Tourismus erstaunlich gut, sodass selbst in der Hochsaison eine entspannte Stimmung herrscht.

Die historische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, kleinen Plätzen und unzähligen Trattorien lädt dazu ein, sich einfach treiben zu lassen. Gleichzeitig ist Lucca ein perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung – egal ob ans Meer, in die Berge oder zu den bekannten Städten der Toskana.

Vor allem aber besitzt die Stadt etwas, das sich schwer beschreiben lässt: eine angenehme Entschleunigung. Man hetzt nicht von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, sondern genießt einfach das italienische Lebensgefühl und lässt sich treiben.

Viareggio – Strandfrust und Pizza-Glück

Am Nachmittag fahren wir ins nahe gelegene Viareggio, einen der bekanntesten Badeorte der nordwestlichen Toskana. Die Stadt ist bekannt für ihre kilometerlange Strandpromenade, die „Passeggiata“, an der sich elegante Jugendstilvillen, Cafés und Restaurants aneinanderreihen. Hinter den Gebäuden erstrecken sich die langen Sandstrände, für die Viareggio berühmt ist.

Zumindest theoretisch. In der Praxis gestaltet sich unser Strandbesuch nämlich deutlich schwieriger als erwartet. Viele Strandabschnitte gehören zu Hotels oder privaten Strandbädern, und von unserem Standort aus finden wir keinen einfachen Zugang zu einem der freien Bereiche. Statt eines entspannten Nachmittags am Meer gibt es also zunächst vor allem viel Sonne, viele Menschen auf der Promenade und ein wenig Ratlosigkeit.

Zum Glück geht ein Tag in Italien nie ganz verloren. Ein gutes Eis hebt die Stimmung sofort – und am frühen Abend wartet schließlich die eigentliche Rettung des Tages. Ein Besuch des Restaurants L’Antica.

Restaurant: L’Antica Pizzeria

🍕 Essen: 3,5/5

🔥 Besonderheit: 5/5

🍷 Atmosphäre: 4/5

💰 Preis-Leistung: 4/5

Highlight des Abends:

Eigentlich hatten wir uns auf Sonne, Strand und Meer gefreut. Stattdessen wurde eine Pizza unverhofft zum Höhepunkt des Tages. Schon beim Betreten des Restaurants fällt der Blick auf den offenen Pizzaofen. Serviert werden riesige, typisch italienische Pizzen mit dünnem Boden und großzügigem Belag. Geschmacklich sehr gut – doch die eigentliche Überraschung folgt erst am Tisch: Unsere Pizza wird flambiert serviert. Mit diesem Effekt haben wir überhaupt nicht gerechnet und entsprechend groß ist der Überraschungsmoment. Das Restaurant selbst bietet eine angenehme Atmosphäre und genau die Art von unkompliziertem italienischem Abendessen, die man sich im Urlaub wünscht. Vielleicht nicht die beste Pizza meines Lebens, aber definitiv ein Erlebnis, das uns die Enttäuschung über den verpassten Strandbesuch schnell vergessen lässt.

Pisa zwischen Touristenmassen und Stadtmauer

Am nächsten Morgen steht eines der bekanntesten Wahrzeichen Italiens auf unserem Programm: Pisa.

Schon beim Aussteigen aus dem Auto schlägt uns die Hitze entgegen. Es ist einer dieser Sommertage, an denen selbst das Stehen in der Sonne anstrengend wird. Unser Weg führt direkt zur Piazza dei Miracoli, auf der sich die berühmtesten Bauwerke der Stadt versammeln. Der Schiefe Turm von Pisa, der Dom Santa Maria Assunta, das Baptisterium und der monumentale Camposanto stehen hier dicht beieinander und ziehen jedes Jahr Millionen Besucher an.

Beeindruckend ist die Anlage ohne Frage. Gleichzeitig erleben wir hier aber den mit Abstand größten Besucherandrang unserer gesamten Reise. Menschenmassen schieben sich über den Platz, überall werden die obligatorischen Turm-Fotos gemacht und die Atmosphäre wirkt auf uns überraschend künstlich. Vielleicht liegt es an der Hitze, vielleicht an den vielen Menschen – so richtig will der Funke bei uns nicht überspringen.

Mein persönliches Highlight finden wir schließlich etwas abseits des Trubels: nämlich auf der Stadtmauer von Pisa.

Für gerade einmal fünf Euro gelangt man hinauf auf die historischen Mauern, die sich entlang der Altstadt ziehen. Von hier oben eröffnet sich ein deutlich schönerer Blick auf die berühmten Bauwerke als direkt vom Platz aus. Gleichzeitig wird es ruhiger, luftiger und deutlich entspannter. Wir schlendern gemütlich entlang der Mauern, beobachten das Treiben aus der Entfernung und laufen schließlich hinunter in Richtung des Flusses Arno, der sich durch die Universitätsstadt zieht.

Sehenswürdigkeit: Piazza dei Miracoli

🏛️ Eindruck: 2/5

📸 Fotopotenzial: 2/5

👥 Besucherandrang: 5/5

⭐ Lohnt es sich? 2/5

Mein Fazit:

Selten waren meine Erwartungen und mein tatsächlicher Eindruck so weit voneinander entfernt. Natürlich ist es beeindruckend, den Schiefen Turm einmal mit den eigenen Augen zu sehen. Insgesamt wirkte der Platz auf mich jedoch deutlich unspektakulärer als erwartet.

Die Menschenmassen nehmen dem Ort viel von seinem Charme und erschweren es zusätzlich, vernünftige Fotos zu machen. Für mich fühlte sich die Piazza dei Miracoli eher wie eine riesige Touristenattraktion als wie ein authentischer Teil Italiens an. Schön, es einmal gesehen zu haben – ein zweites Mal brauche ich es allerdings nicht.

Sehenswürdigkeit: Stadtmauer von Pisa

🚶 Erlebniswert: 3/5

👀 Aussicht: 3,5/5

😌 Ruhefaktor: 4/5

💰 Preis-Leistung: 4,5/5

Mein Fazit:

Die Stadtmauer hat unseren Besuch in Pisa letztlich gerettet. Hier oben wird es deutlich ruhiger und man erhält einen wesentlich besseren Blick auf die berühmten Bauwerke als mitten im Gedränge auf der Piazza. Der Weg ist angenehm zu laufen und bietet immer wieder schöne Perspektiven auf die Stadt. Da große Teile der Strecke in der Sonne liegen, sollte man allerdings ausreichend Wasser und Sonnencreme dabeihaben. Für den günstigen Eintritt ist die Stadtmauer aus meiner Sicht die deutlich bessere Wahl als stundenlang auf dem Platz zu verweilen.

Stadt: Pisa

❤️ Atmosphäre: 1,5/5

🏛️ Sehenswürdigkeiten: 2/5

🚶 Erkundbarkeit: 1/5

📸 Schönheitsfaktor: 2/5