Die Giraffen haben durch ihre Höhe den besten Überblick über die Umgebung. Zebras besitzen ein extrem gutes Gehör. Und Gnus reagieren blitzschnell auf Bewegungen. Gemeinsam haben sie deutlich bessere Überlebenschancen. Teamwork in der Savanne.

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Picknick unter Geiern

Mittags halten wir für ein Picknick mitten im Park. Über uns sitzen Geier auf kahlen Bäumen und beobachten aufmerksam die Umgebung. Ihr Ruf ist zwar nicht der beste, doch für das Ökosystem sind sie unglaublich wichtig. Denn Geier sind so etwas wie die Gesundheitspolizei der Savanne

Sie beseitigen Kadaver extrem schnell und verhindern damit die Ausbreitung von Krankheiten.

Nicht besonders glamourös – aber absolut unverzichtbar.

Begegnung mit Giganten

Bei der Weiterfahrt bewegt sich plötzlich etwas im Gebüsch. Unser Ranger stoppt sofort. Langsam treten zwei riesige Elefantenbullen zwischen den Bäumen hervor. Alleinstehende Bullen können über sechs Tonnen wiegen – und wirken dabei trotzdem erstaunlich gelassen. Die Tiere kommen bis auf weniger als fünf Meter an unser Fahrzeug heran und beginnen seelenruhig, Blätter von einem Busch zu fressen.

Wir hören das Knacken der Zweige, sehen ihre raue Haut und das langsame Kauen. Ein Moment, der uns deutlich zeigt, wie klein man sich neben solchen Giganten plötzlich fühlt. Während wir weiterfahren, fällt uns etwas auf: Impalas, und zwar überall. Diese Antilopenart ist so häufig, dass Ranger sie scherzhaft das „Fast Food der Savanne“ nennen. Fast jedes Raubtier jagt sie. Zum Glück sind sie hervorragend vorbereitet: Impalas können bis zu 10 Meter weit springen, 3 Meter hoch und erreichen Geschwindigkeiten von über 80 km/h.

Am Rand eines Wasserlochs entdecken wir schließlich noch einen geduldigen Jäger: ein Krokodil, das vollkommen regungslos im Wasser liegt. Stundenlanges Warten gehört zu seiner Jagdstrategie. Geduld ist seine wichtigste Waffe.

Fun Fact!

Nilkrokodile gelten als lebende Fossilien – ihre Art existiert seit über 100 Millionen Jahren und sie stammen von denselben Reptilien ab, die auch die Dinosaurier hervorbrachten. Sie sind damit die nächsten lebenden Verwandten von T-Rex und Co. in der heutigen Tierwelt.

Mein Fazit zum Kruger National Park

So beeindruckend die Tierwelt auch ist – am Ende bleibt ein leicht gemischtes Gefühl. Der Park wirkt stellenweise sehr touristisch. An manchen Sichtungen stehen viele Fahrzeuge gleichzeitig, Off-Road-Fahrten sind nicht erlaubt und die Tiere befinden sich oft weiter entfernt. Der Unterschied zum privaten Reservat ist deutlich spürbar. Im Tshukudu Reservat fühlte sich die Safari ein bisschen mehr nach echter Wildnis an – und ein bisschen weniger nach Tierbeobachtung im Stau.