Vorhang aus Wasser: Die Yosemite Falls
Während der Guide den Startpunkt des Shuttles zum Mirror Lake organisiert, unternehmen die Freunde eine spontane Wanderung zu den Yosemite Falls. Die Wasserfälle gehören mit einer Gesamthöhe von 739 Metern zu dem Höchsten Nordamerikas – und bieten an diesem Morgen eine willkommene „Dusche“, denn im Motel hatte die Wasserversorgung zeitweise ausgesetzt. Ein kurzer Moment, um das glasklare, eiskalte Gletscherwasser direkt aus den Yosemite Falls zu kosten, sorgt für eine prickelnde Erfrischung mitten auf der Wanderung.

Ein See wie ein Spiegel
Anschließend führt der Weg zum Mirror Lake. Der scheinbare See ist in Wahrheit ein saisonaler Teich, gespeist vom Tenaya Creek. Im Frühling, wenn das Schmelzwasser der Sierra Nevada den See füllt,
breitet sich hier ein perfektes Spiegelbild des Half Dome und der darüber liegenden Wälder aus – ein Naturwunder, das fast surreal wirkt.

Der kurze Rundweg von 1,6 Kilometern lädt dazu ein, die Szene aus verschiedenen Perspektiven zu erleben: mal aus der Nähe am Ufer, mal leicht erhöht auf den umliegenden Pfaden.

Vom hinteren Ufer lässt sich die gesamte Wasserfläche überblicken inklusive der Spiegelungen des
Half Dome und der Wälder. Ein Panorama, dass bei Windstille perfekte Spiegelbilder erzeugt, doch an diesem Tag kräuselt eine leichte Brise die Oberfläche, sodass sich die Spiegelung nur erahnen lässt.

Bewohner auf vier Pfoten
Der Guide erinnert zudem an die besondere Tierwelt des Parks. Im Yosemite leben rund 300 bis 500 Schwarzbären, die im Laufe der Zeit gelernt haben, menschliche Nahrung zu suchen. Überall stehen deshalb die typischen Bärenschränke – sichere Aufbewahrungsboxen, die die Besucher nutzen, um keine unliebsamen Begegnungen zu riskieren. Nach den letzten Blicken auf Granitkuppen, Mammutbäume und Wasserfälle verlässt der Bus den Park und setzt die Fahrt weiter nach Bakersfield fort. Zurück bleibt ein eindrucksvolles Kapitel einer Reise durch eines der spektakulärsten Naturschutzgebiete Nordamerikas.