Nach der langen Zeit zwischen Wüste, Nationalparks und endlose Weite führt die Route am Morgen von Palm Springs gen Westen in Richtung Küste. Nur wenige Autostunden trennen die Wellnessstadt von Los Angeles – und doch fühlt sich die Ankunft wie ein kompletter Szenenwechsel an. Die Natur tritt langsam zurück und weicht zuerst Straßen, dann urbane Bauten und schließlich den Hochhäusern der Stadt. Los Angeles, oft auch als „Never Ending City“ bezeichnet, bildet den Abschluss der 16-tägigen Reise und ist zugleich der urbane Höhepunkt.

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Altstadtflair zwischen Mexiko und Moderne

Los Angelos besitzt keine klassische Innenstadt im europäischen Sinne. Die Stadt ist weitläufig, polyzentrisch gewachsen und besteht aus einer Vielzahl eigenständiger Viertel.
Einen historischen Mittelpunkt gibt es dennoch: Rund um die Olvera Street entstand im Jahr 1781 das ursprüngliche „El Pueblo de Nuestra Señora la Reina de los Ángeles de Porciúncula“. Aus der unter spanischer Herrschaft entstandener Siedlung entwickelte sich die heutige Metropole.

Zwischen bunten Fassaden, Marktständen und kleinen Geschäften lädt die Altstadt zum Schlendern ein. Kunsthandwerk, Souvenirs und Streetfood säumen die schmale Straße, begleitet von rhythmischer Musik und lebendigem Treiben. Die Atmosphäre erinnert stark an Mexiko – farbenfroh, laut und voller Leben – und lässt Kalifornien für einen kurzen Moment in den Hintergrund treten.
El Pueblo erinnert daran, das L.A. seine Wurzeln nicht im Glanz Hollywoods, sondern in der spanisch-mexikanischen Geschichte der Region hat.

Hollywood Boulevard – Sterne, Mythen und Kontraste

Wenig später führt die Stadtrundfahrt auf den berühmten Hollywood Boulevard – jenen Ort, an dem sich Mythos und Realität der Filmindustrie besonders dich überlagern. Aus der ferne taucht hier erstmals das prominente Hollywood Sign am häng der Hollywood Hills auf, während auf dem Gehweg die rosafarbenen Sterne des Walk of Fame glänzen.

Über 2800 Namen aus Musik, Film und Fernsehen sind hier in Sternform verewigt. Der Boulevard wirkt wie ein offenes, für jedermann zugängliches Archiv der Popkultur: Neben großen Hollywood-Legenden wie Marilyn Monroe oder Elvis Presley finden sich hier auch moderne Berühmtheiten wie Daniel Radcliff, David Hasselhoff – und sogar Kermit der Frosch. Jeder Stern erzählt seine eigene Geschichte – Ruhm ist hier zwar sichtbar, aber keineswegs garantiert, und viele Namen erinnern daran, dass der Glanz von Hollywood genauso flüchtig wie legendär sein kann.

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Der Walk of Fame ist von Mythen umworben: Sterne werden nicht an die Stars verschenkt, sondern werden von Studios, Labels oder sogar Fans finanziert. Dabei kostet ein einziger Stern rund 50.000 US-Dollar – genug, um sich einmal kurz gefragt zu fühlen, ob Ruhm wirklich käuflich ist Auch die Hoffnung hier ständig auf Berühmtheiten anzutreffen, erweist sich leider als weiterer Mythos, denn echte Hollywood-Stars sieht man hier selten. Stattdessen prägen kostümierte Figuren das Bild und inszenieren die Nähe zum Showbusiness. Wer hier fotografiert, sollte aufmerksam bleiben: Viele verkleidete Figuren erwarten im Anschluss eine kleine „Gage“, sodass die Erinnerungsfotos schnell ein teurer Spaß werden können. Auch kulinarisch zeigt sich der Boulevard als touristisches Pflaster – klassische Snacks und Burger sind hier deutlich teurer als in anderen Stadtteilen.