Bereits aus der Luft offenbart sich die Dimension dieser außergewöhnlichen Region: Rundflüge ab Page ermöglichen einen spektakulären Blick auf den dunkelblauen Lake Powell, den Glen Canyon und die zerklüfteten Steinformationen des Colorado-Plateaus. Aus der Vogelperspektive wird klar, wie klein der Mensch inmitten dieser weiten, kargen Landschaft wirkt. Dies bildet einen eindrucksvollen Kontrast zur späteren Erkundung des Canyons aus nächster Nähe.

Der Antelope Canyon gliedert sich in zwei Hauptbereiche: den Upper und den Lower Antelope Canyon. Während der Lower Antelope Canyon schmaler, verwinkelter und nur über Leitern zugänglich ist, zeichnet sich der Upper Antelope Canyon durch einen ebenerdigen Verlauf und seine ikonischen Lichtstrahlen aus. Gerade diese sogenannten „Light Beams“, die zur Mittagszeit durch die schmalen Felsspalten fallen, haben ihn zu einem der meistfotografierten Orte des amerikanischen Südwestens gemacht. In diesem Artikel steht der Besuch des Upper Antelope Canyon im Fokus, der als bekanntester Abschnitt gilt und Besucher mit seinem intensiven Farbspiel besonders in den Bann zieht.

Foto von Madhu Shesharam auf Unsplash

Neben diesen spektakulären Felsformationen prägt auch die Kultur der Navajo Nation das Gebiet rund um Page. Diese zeigt sich auch abseits des Canyons. In Page begegnet man der Küche der Navajo Nation, unter anderem in Form des berühmten Navajo Tacos.

Die herzhafte Spezialität basiert auf knusprigem Fry Bread und wird traditionell mit Fleisch, Bohnen, Käse und weiteren Zutaten belegt – üppig, fleischlastig und dennoch überraschend aromatisch, wie es für viele Gerichte im Südwesten der USA typisch ist.

Unweit von Page befindet sich mit dem Horseshoe Bend ein weiteres Naturhighlight des amerikanischen Südwestens. Der Colorado River hat hier eine nahezu perfekte hufeisenförmige Schleife in den Sandstein geschnitten und fließt rund 300 Meter unterhalb des Aussichtspunktes durch die Schlucht. Der frei zugängliche Viewpoint zählt zu den eindrucksvollsten Panoramablicken der Region und verdeutlicht eindrucksvoll die erosive Kraft des Wassers.

Grand Canyon – Gigantisches Naturwunder

Nicht weit entfernt befindet sich das nächste Naturwunder und das absolute Must-See bei einer Reise durch den Westen der USA: der Grand Canyon, eine der größten Schluchten der Erde. Auf einer Länge von 450 Kilometern, 6 bis 30 Kilometer Breite und bis zu 1800 m Tiefe, hat der Colorado River über Jahrmillionen die gewaltigen Felsen des Colorado-Plateaus geformt.

Am  South Rim bietet der Desert View Watchtower, ein ca. 21 m hoher Steinturm, eine erste eindrucksvolle Perspektive auf den östlichen Teil der gigantischen Schlucht. Mit einem Eis in der Hand lohnt sich ein kurzer Stopp, während der Blick über die scheinbar endlose Abfolge aus Felsstufen, Plateaus und Schluchten schweift.

Besonders empfehlenswert ist eine Fahrt mit der blauen Shuttlebus-Linie bis zum Aussichtspunkt Hermits Rest. Von dort führt der Weg zu Fuß zurück entlang des Canyonrandes. Streckenweise geht es ohne Sicherung nah am Abgrund entlang – Adrenalin inklusive. Auf dem schmalen Pfad wechselt stetig die Perspektive: Mal öffnet sich der Blick weit über die Schlucht, mal rahmen knorrige Bäume, Felsen oder kleine Schilder die Szenerie und schaffen eindrucksvolle Fotomotive. Das intensive Farbenspiel aus Rot-, Ocker-, Braun- und Violetttönen verändert sich mit jedem Schritt und mit jedem Lichteinfall.

Wer es ruhiger angehen möchte, findet mit dem Rim Trail eine angenehme Alternative. Der größtenteils befestigte Weg verläuft ebenfalls entlang des Canyonrandes und ermöglicht entspannte Spaziergänge mit konstant beeindruckenden Ausblicken – ganz ohne Nervenkitzel. Bereits kurze Abschnitte zwischen Maricopa Point, Powell Point und Mohave Point reichen aus, um die schiere Weite des Grand Canyon und seine außergewöhnliche Farbenvielfalt zu erfassen – das Auge verliert sich in der Tiefe, so weit es reicht.

Obwohl ein längerer Aufenthalt empfehlenswert ist, genügt auch ein einzelner Nachmittag aus, um die überwältigende Wirkung der berühmtesten Schlucht der Welt zu spüren. Die Farben, Formen und die pure Größe versetzen jeden Besucher ins Staunen.