Trotz der Müdigkeit nach einer langen Nacht auf dem Las Vegas Strip führt der Weg früh am Morgen zu einem unerwarteten Highlight auf dem Weg in den Zion Nationalpark: ein amerikanischer Walmart. Wer glaubt, hier gehe es nur um Shopping, der irrt sich gewaltig – schon beim Betreten der riesigen Halle erschlägt einen die schiere Größe und Vielfalt. Geflieste Fußböden, die sich endlos erstrecken, Regale, die vollgepackt sind mit bunten Verpackungen und Gänge, die so lang sind, dass ein europäischer Supermarkt dagegen wie ein Puppenhaus wirkt.

Überall türmen sich Cerealien in allen erdenklichen Sorten, Torten, die kunstvoll verziert und zum Mitnehmen eingepackt sind, und Süßigkeiten, die so zahlreich sind, dass das Auge kaum entscheiden kann, wo es zuerst hinsehen soll. Oreos in über zehn verschiedenen Geschmacksrichtungen – von Birthdaycake über Pfefferminze bis zum Geschmack nach Brownie – glänzen in den Regalen. Daneben stehen Großpackungen, die in Deutschland kaum denkbar sind: 5-Liter Milchkanister oder 1-Kilogramm-Gläser Erdnussbutter. Die Dimensionen und der Überfluss an Produkten erklären von selbst, weshalb Walmart für viele Amerikaner zum Alltag gehört. Das bekannte Motto
„If Walmart doesn‘t have it, you don‘t need it“
wirkt hier erstaunlich zutreffend.
Ein Picknick für den bevorstehenden Besuch im Zion Nationalpark ist hier schnell zusammengestellt.
Auftakt im Zion Nationalpark
Kaum hat man die Grenze von Nevada nach Utah überquert, eröffnet sich eine völlig andere Landschaft. Der Zion Nationalpark, einer der ältesten Nationalparks der USA, erstreckt sich auf 579 km an der Schnittstelle des Colorado-Plateaus, dem Great Basin und der Mojave-Wüste. Die Schluchten, welche vom Virgin River geformt wurden, schneiden sich stellenweise bis zu 900 m tief in den ca. 170 Millionen Jahre alten Sandstein der Navajo-Formation. Zwischen den massiven orangeroten Felswänden entfaltet sich überraschend viel Grün – wie eine Oase mitten in der Wüste. Besonders reizvoll ist die Wanderung zu „The Narrows“, einem Abschnitt, in dem sich der Fluss eng durch die Schlucht windet. Das Wasser bleibt zumeist nur knöcheltief und ist selbst im Sommer eisig kalt, ein intensives Erlebnis zwischen den steilen Sandsteinwänden. Die Zeit für die Gruppe reicht kaum, um die Narrows in voller Länge zu erkunden – doch auch die kurze Wanderung ist eine Begegnung mit der gewaltigen Natur.

Wer lieber innehalten und die Natur genießen möchte, findet zahlreiche Picknickplätze, etwa in der Nähe des Besucherzentrums, die dazu einladen, die Felskulisse in Ruhe auf sich wirken zu lassen.
Die Kombination aus spektakulären Felswänden, grünem Flussufer und klarer Wüstenluft macht den Zion Nationalpark zu einem Auftakt, der sofort das Staunen über den Südwesten der USA entfacht. Der Park wird durch einen Tunnel verlassen, der sich tief durch den massiven Stein fräst – Tonnen von Sandstein liegen über der Fahrbahn und verstärken das Gefühl dieser monumentalen Landschaft.

Bryce Canyon – das natürliche Amphitheater
Höher gelegen als der Zion Nationalpark bietet der Bryce Canyon auf ca. 2500 m über dem Meeresspiegel ein völlig anders Bild. Trotz seines Namens handelt es sich hier nicht um einen Canyon im klassischen Sinn, da er nicht durch einen Fluss geformt, sondern durch Wind, Wasser und Eis zu einem natürlichen Amphitheater modelliert wurde. Aus der Plateaukante ragen bizarre Felsformationen – Hoodoos genannt – bis zu 60 m in die Höhe und verleihen der Landschaft eine surreal wirkende Struktur
