Reise in die afrikanische Wildnis
Von Johannesburg aus lassen wir die Stadt schnell hinter uns. Hochhäuser, Verkehr und Industrie verschwinden langsam im Rückspiegel. Mit jedem Kilometer wird die Landschaft weniger aufgeregt, weitläufiger – und ein bisschen wilder. Zuerst ziehen weite Graslandschaften am Fenster vorbei, dann tauchen am Horizont die sanften Silhouetten der gewaltigen Drakensberge auf. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto mehr verändert sich die Natur. Das satte Grün weicht einer trockeneren Buschlandschaft. Akazien, Dornensträuche und rötliche, staubige Erde – die typische Savanne Südafrikas.

Unser Ziel ist das Tshukudu Private Game Reserve, ein etwa 3.800 Hektar großes Wildreservat am Rande des berühmten Kruger National Parks. Der Name „Tshukudu“ bedeutet in der Sprache Sotho übrigens „Nashorn“ – ein passender Name, denn genau diese Tiere stehen hier unter besonderem Schutz. Bevor wir jedoch an unserem Ziel aussteigen können, werden wir von einem unerwarteten Empfangskomitee begrüßt. Eine ganze Büffelherde blockiert die Zufahrt zur Lodge. Die mächtigen Tiere stehen mitten auf dem Weg, kauen gemächlich Gras und lassen sich von unserem Jeep kaum beeindrucken.
Wir rollen langsam vorbei, spüren den Staub unter den Reifen und hören das leise Rascheln der Büsche, das die Herde begleitet.
Jeder Moment wirkt so, als hätte die Savanne beschlossen, uns zunächst einmal zu prüfen, bevor sie uns in ihre Welt lässt.
Willkommen im wilden Afrika.

Unterkunft im Busch
Unsere Unterkunft ist kein klassisches Rondavel mit Strohdach, sondern ein kleines, solides Steinhäuschen – schlicht, gemütlich und perfekt für das Leben im Busch. Das Highlight im Schlafzimmer ist das große Moskitonetz über dem Bett, das an einer hölzernen Konstruktion wie ein kleines Himmelbett gespannt ist. Praktisch im Malariagebiet – und gleichzeitig ziemlich stilvoll. Trotzdem gehören Mückenspray, lange Kleidung am Abend und Malariaprophylaxe zur Grundausstattung für die nächsten Tage. Neben den Lodge-Zimmern gehören zum Reservat auch Safari Tented Camps, für alle, die dem afrikanischen Busch noch ein bisschen näher kommen möchten.

Die Luft ist warm, die Sonne taucht die Savanne in goldenes Licht, und der Sonnenuntergang sieht aus, als hätte jemand den Kontrastregler der Welt ein bisschen höher gedreht.
Nach einem schnellen Begrüßungsdrink geht es auch schon los zur ersten Safari.

Safari-Time – Regeln für das Leben im Jeep
Bei den Safari-Fahrzeugen handelt es sich um offene Geländewagen – perfekt, um die Natur nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören, zu riechen und zu spüren. Bevor es losgeht, erklärt unser Ranger jedoch erst einmal die goldenen Benimmregeln einer Safari.
- Im Wagen sitzen bleiben. Auch Arme und Kameras bleiben innerhalb der Fahrzeuglinie.
- Die Tiere werden nicht angesprochen – Lockrufe oder „psst, Löwe!“ sind also keine gute Idee.
- Füttern ist strengstens verboten. Die Tiere sollen sich natürlich verhalten und sich nicht an Menschen gewöhnen.
- Ruhe bewahren. Je stiller wir sind, desto entspannter bleiben die Tiere – und desto intensiver wird die Beobachtung.
Der Hintergrund ist eigentlich ganz simpel: Für die Tiere wirkt der Jeep wie ein einziges großes Objekt.