Noch bevor die Sonne über Bakersfield erscheint, herrscht auf dem Parkplatz des Motels geschäftiges Treiben. Um Punkt sieben startet der Bus – und mit ihm die nächste Etappe einer Reise, die Kontraste kaum größer zeichnen könnte: Vom heißesten Ort der Erde bis in die Stadt, die niemals schläft.

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Durch das Reich der Extreme: Death Valley

Schon kurz nach dem Start taucht das braun-weiße Schild des Death-Valley-Nationalparks mitten im Nirgendwo auf. Was folgt, ist eine Fahrt durch eines der spektakulärsten Naturareale der USA. Hier klettern die Temperaturen im Sommer regelmäßig über 50 Grad Celsius, und bei Furnace Creek wurde im Jahr 1913 sogar ein Rekordwert von 56,7 Grad registriert – eine Hitze, die zu einer Art Naturgewalt wird.

Die Reisegruppe passiert die Relikte alter Borax-Abbaugebiete, stille Zeugen der Zeit,

als 20-Maultier-Gespanne den Rohstoff quer durch die Wüste transportierten. Wenig später gleiten die Mesquite Flat Sand Dunes ins Blickfeld – ein geschwungenes Dünenfeld, das aussieht, als sei es direkt aus einer Science-Fiction-Kulisse entsprungen. Kein Zufall: Mehrere „Star Wars“-Szenen wurden genau hier gedreht. Die goldenen Wellen der Dünen wirken friedlich, wären da nicht die Klapperschlangen und Skorpione, die diese Region ebenfalls ihr Zuhause nennen.

Einer der farbenprächtigsten Orte des Tales folgt kurz darauf: die Artist’s Palette. Grünlich schimmernde Hänge, rosafarbene Einschlüsse, rostrote Felsadern – als hätte ein Künstler mit übergroßen Pastellkreiden über das Gestein gemalt. Die Farben entstehen durch mineralische Oxidationsprozesse, sind aber so surreal, dass sie jeden Gedanken an „natürlich“ kurz infrage stellen.

Zwar besucht die Gruppe das weltbekannte Badwater Basin, den tiefsten Punkt Nordamerikas, an diesem Tag nicht, doch der Guide holt das Wissen nach: 86 Meter unter dem Meeresspiegel, und so salzhaltig, dass frühe Siedler ihre Tiere hier nicht trinken lassen konnten. „Bad water“ – ein Name, der geblieben ist.

Fata Morgana – Las Vegas

Am späten Nachmittag schließlich erscheint Las Vegas am Horizont – erst ein leichtes Flimmern, dann ein glitzerndes Band aus Glas, Metall und Neon mitten in der kargen Mojave-Wüste. Eine Fata Morgana, die sich als absolut real entpuppt.

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Schon am ersten Abend geht es für die Gruppe direkt hinein ins Herz der Stadt. Startpunkt: Downtown, wo die Fremont Street Experience jeden Abend zum Freilufttheater wird.

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